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Noch ist alles Alles gut-
und der schnelle Weg zur Dialyse

Nachdem ich im dann September 2018 einen Bluthochdruck Anfall hatte (240/180), hat meine Hausärztin Blut abgenommen und mich am nächsten Tag angerufen:
“Herr Eimermann, Ihre Nierenwerte sind schlecht Ich habe mal einen Termin beim Nephrologen für Sie ausgemacht.”

Ich sagte zu Ihr: “Machen Sie sich keine Gedanken, ich pendele gerade zwischen meiner Arbeit am Flughafen Frankfurt, meiner lebensgefährlich erkrankten Partnerin in Essen und meiner Mutter mit Oberschenkel-halsbruch auf der Intensiv in Mainz. Das geht mir halt an die Nieren.”

Der Nephrologe meinte wir müssen den Blutdruck unten halten und sehen was passiert. Meiner Lebensgefährtin und meiner Mutter ging es wieder besser. Mein Blutdruck sank wegen Unmengen chemischer Blutdrucksenker, aber meine Nierenwerte wurden immer schlechter.

 

Juli 2018:

Auf dem Bild war ich an der Ardeche.
Fit wie immer

Januar 2019:

Ich konnte mir bis dahin nicht vorstellen wie schnell ein menschlicher Körper zerfallen kann. Ich war völlig vergiftet.
Ich wohne im zweiten Stock und habe auf dem Treppenabsatz der ersten Etage eine Pause einlegen müssen.
Der Weg zum Lebensmittelladen ist gerade mal 200 Meter lang. In der Mitte habe ich ein paar Minuten Rast gemacht.
Nierenwerte am oberen Anschlag. Nephrologe: “Wenn Sie überleben wollen, müssen Sie an die Dialyse.”

Der Schock – An die Dialyse

Februar 2019:

Fastnachtdienstag Demers Katheter gelegt, Aschermittwoch die erste Dialyse.

Drei mal in der Woche jeweils 4 1/2 Stunden an die Maschine. Mit An- und Abschließen fünf bis fünfeinhalb Stunden, plus An- und Abfahrt.

Die Belastung einer Dialyse wird mit ca. 8 bis 9 Stunden Arbeit auf dem Bau oder einem Halbmarathon angegeben.
Und das ab jetzt drei mal in der Woche. Lebenslang. Absurde Vorstellung.

Stell Dir einfach mal vor:
6 Uhr aufstehen, 7:45 Taxi, 7:10 Ankunft Dialyse,  ca. 7:30 Anschluss an die Maschine, bis 12 Uhr Schlafen, Lesen, Fernsehen, 12:10 Abschließen von der Maschine, 10 Minuten Einstichstellen abdrücken (die Nadeln sind wirklich dick), auf’s Taxi warten, ca. 13 Uhr zuhause ankommen, Kleinigkeit Essen und einen Kaffee trinken, hinlegen, regeneriern. Der Tag beginnt so wirklich erst zwischen 17 und 18 Uhr. Willst Du das wirklich?

 

Die Enttäuschung

Geplant hatte ich mit zwei Freunden auf meinem kleinen Boot die Sauerkrauttour zu fahren. Die Sauerkrauttour heißt von Mainz den Rhein hinab nach Koblenz, die Mosel hinauf bis Trier, die Saar bis Saarbrücken und dann französische Kanäle bis Straßburg. Die letzten Etappen dann wieder auf dem Rhein bis Mainz.

969 km – 31 Schleusen – 3 Wochen, wie soll das gehen mit drei mal in der Woche Dialyse? Keine Kraft im Körper, kommen wir pünktlich durch die Schleusen, ich dann zur Dialyse? Übernimmt die Krankenkasse die Taxokosten von der Schleuse zur Dialyse?

Was machen meine Freunde in der Zeit auf dem Boot? Die haben keinen Bootsführerschein und düfen ohne Aufsicht nicht fahren, keine Chance, aus – vorbei. Nein, abgehakt – geht nicht. Frust, großer Frust.

März 2019:

Leben passiert während man plat.
Und ich hatte geplant.
Den ganzen Winter über.

Das tiefe Loch

Sommer 2019

Boot fahren habe ich aufgegeben. An dialysefreien Tagen fahre ich zwar noch zu meinem Schiffchen, habe aber kaum Kraft es richtig zu putzen.

10 Minuten arbeiten – eine halbe Stunde Pause. Ich kann es auch kaum noch als Wohnwagen auf dem Wasser nutzen, muss ja morgens um 6 raus. Außerdem ist der Winterdreck immer noch nicht überall weg.

So langssam schleicht sich die Depression an. Zumal in der Dialyse zeitweise ein alter Mann neben mich gelegt wird. Der wird mit dem Krankenwagen gebracht, auf der Trage ins Zimmer gefahren, an die Dialyse gehängt und genau so wieder abtransportiert. Spricht kein Wort.

Ich denke mir: Wenn es bei mir soweit sein wird, komme ich nicht mehr. Drei oder vier Wochen ohne Dialyse – tot.

Ich kann nichts mehr, bücken fällt mir schwer, Schuhe zubinden ist eine Tortur,  alles dauert ewig lange, die Motivation geht langsam aber sicher flöten. An Aufräumen in der Wohnung ist nicht zu denken.

Gottseidank habe ich jetzt eine Haushaltshilfe. Pflegegrad 1 hat mir die Gutachterin zugestanden. Wir waren nach der Dialyse verabredet. Als sie kam saß ich auf der Treppe im ersten Stock, konnte nicht mehr weiter. Wir haben uns sicher eine halbe Stunde auf der Treppe unterhalten.

Aber Pflegegrad 1 heißt zweimal zwei Stunden im Monat. Wie soll man da 40 qm ordentlich sauber machen? Meine Haushaltshilfe hat mir das Bad und die Küche geputzt. Den Rest habe ich mehr oder weniger – eher weniger selbst versucht. Im Versuch ist das Scheitern schon inbegriffen.

 

Ein Hoffnungsschimmer

Herbst 2019

Ich habe noch volle Ausscheidung. Mann bin ich ein Glückskind – im Gegensatz zu den Menschen an der Dialyse deren Nieren absoltut versagen. Die dürfen kaum Flüssigkeit zu sich nehmen. Und wenn doch, dann wir die rausdialysiert. Das ist noch anstrengender als so schon.

Seit Jahren schon beschäftige ich mich smit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung und Ernährung. Mache mir Gedanke darüber wie ich mir was geholt habe, wie ich mich ernähre dass mein Körper gut arbeitet. Aber auf die Idee wie ich eine Krankheit wieder loswerde bin ich bisher noch nicht gekommen. Und mit Spiritualität hatte ich es bis dahin auch nicht so wirklich richtig.

Bis ich im Internet eine Geschichte gefunden habe, die Geschichte einer Frau die sich einen Heilwasserfall gebaut hat.

 

 

Es geht los

Herbst/Winter 2019

Was wäre, wenn ich das auch könnte? Einen Heilwasserfall bauen, der alle Gifte aus meinem Körper spült, der meine Nierenkörperchen wieder regeneriert, der mich komplett heilen könnte?

Unter meiner Dusche? Geht das? Klar – in meinem eigenen Kopf. Das muss gehen.

Seit diesem Tag stehe ich unter Dusche und lasse das wunderbar warme Heilwasser über mich laufen. Bis heute mache ich das so. Bei mir kommt der Wasserfall von oben aus einer Felswand, fließt über mich und durch mich. Spült alle Giftstoffe aus meinem Körper und regeneriert meine Nierenkörperchen.

Das Wasser fließ unter mir in einen kleinen See an dem auf der rechten Seite mein Haus auf einer Wiese steht. Der See fließt ins Meer ab und verdünnt den ganzen Dreck aus mir. Am Haus ist übrigens ein Steg mit meinem Boot.

 

Erste Erfolge

Frühling 2020

Meine Blutwerte verbessern sich so langsam – aber sicher. Ich brauche kein Epo mehr gespritzt zu bekommen. Mein Hb ist wieder fast normal, die Eisenwerte stimmen. Heureka, juhu ich bin tatsächlich ein Glückskind. Mein Wasserfall scheint zu wirken.

Ich tauche gleichzeitig immer tiefer in spirituelle Themen ein. Lese Gespräche mit Gott von N.D. Walsh.  Das Buch Seelenverträge von Leila Ayach hilft mir endgültig den Tod meines großen Sohnes vor inzwischen acht Jahren zu überwinden, lerne die Verbindung von Körper und Seele kennen, verstehe so langsam was unser Unterbewusstsein mit unseren Krankheiten und vor allem mit deren Heilung zu tun hat. NLP habe ich schon früher gelernt – aber bei mir selbst anwenden?

Es geht weiter aufwärts

Sommer 2020